Ein Pfarrer für zehn Kirchen

Katholiken rücken zusammen: Videos und Impressionen "Der neue Pastoralbereich Süd" ist am 17.09.2017 offiziell eingeweiht - Von Saskia Döhner-

Video von der Festmesse -Teil 1


Video von der Festmesse -Teil 2

 

Ricklingen/Hemmingen/Pattensen/Laatzen. Es war ein besonders feierlicher Gottesdienst: Dutzende von Ministranten zogen mit ihren weißen Gewändern in die Ricklinger St.-Augustinus-Kirche ein. Mehr als 600 Zuschauer drängten sich auf den Bänken, viele mussten stehen. Katholische Verbände hissten ihre Flaggen, es gab Weihrauch und Orgelbrausen, und ein eigens zusammengestellter Chor sang „Einen neuen Aufbruch wagen“.

„Ein neues Abenteuer beginnt“, sagte Hannovers oberster Katholik Propst Martin Tenge. „Es gibt manches Kopfschütteln, aber wir müssen auf die Realitäten reagieren, wir werden weniger.“ Und: „Wir haben eine Chance, Kirche neu zu gestalten. Wir stehen zusammen.“ Der neue Pastoralbereich Süd ist jetzt offiziell eröffnet worden.

Thomas Berkefeld, bislang Pfarrer für die Gemeinde St. Oliver in Laatzen, ist nun auch für die Pfarreien St. Bernward in Döhren, St. Augustinus in Ricklingen und Heilige Engel in Kirchrode sowie für Hemmingen und Pattensen zuständig. Vom alten Prinzip „Eine Kirche, ein Pfarrer, eine Gemeinde“ haben sich die Katholiken endgültig verabschiedet. Berkefeld kümmert sich künftig um zehn Kirchen.

Tenge verlas die Ernennungsurkunden der Angehörigen des Pfarrteams. Auch die Sozialarbeiterin und der Verwaltungsfachmann wurden feierlich auf ihre neuen Aufgaben eingeschworen. Kirchenvorstandsmitglieder aller vier Gemeinden sicherten Berkefeld ihre Unterstützung zu. Michael Weiss vom Kirchenvorstand der St.-Oliver-Gemeinde in Laatzen sagte, der Pfarrer könne sich auf seine Gemeinde in bewährter Weise verlassen. „Die Verträge sind geschlossen“, sagte Tenge.

Pfarrer Berkefeld bat die Mitglieder der Gemeinden um wechselseitiges Wohlwollen. Er freue sich auch, dass evangelische Geistliche und Politiker das wichtige Ereignis mit begingen. Neben der CDU-Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth war auch der Regionspräsident Hauke Jagau gekommen. Der SPD-Politiker verglich die Umstrukturierung der katholischen Kirche in einem Grußwort mit der Gründung der Region Hannover – und machte den Katholiken Mut: „Der Schritt, den Sie heute gehen, kann gut gelingen.“ Anschließend wurde ein „Fest der Begegnung“ auf der benachbarten Don-Bosco-Wiese gefeiert.

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